ARTIBUS > Navigation > Bisherige Ausstellungen > LUGWIG KASPER

Ausstellung
Abstraktion und Idealisierung - 08.08.2006 bis Nov. 2008

In Zusammenarbeit mit
D E N T I C O - Zentrum für Zahnästhetik + Mundgesundheit

Ludwig Kasper
Bildhauerei

Sitzende - 1936
Höhe 95 cm
1912-24 hatte Kasper an der Münchner Akademie bei Hermann Hahn studiert u. entwickelte in der Folgezeit eine ganz individuelle, strenge u. konzentrierte Formensprache, die sich am Ideal der griechischen Skulptur der archaischen Epoche orientierte.

Ludwig Kasper zählt zu den prägenden Künstlern der Berliner „Ateliergemeinschaft Klosterstraße“, der auch Käthe Kollwitz und Hermann Blumenthal angehörten.



Der 1893 in Gurten (Österreich) geborene Bauernsohn beginnt seine künstlerische Ausbildung an der Bildhauerfachschule in Hallstatt, Tirol. Es folgt die Akademie in München. Hier unterbricht der Erste Weltkrieg diesen Weg. Erst 1919 kann er nach kriegsbedingter schwerer Krankheit sein Studium in München wieder aufnehmen. Zusammen mit Hiller, Kirchner, Stadler, Stangl und Wrampe gehört er schließlich zu den Meisterschülern der Akademie.

Ein privates Förderstudium führt ihn 1928 mit Ottilie Wolf, seiner späteren Frau, nach Paris; dort kommt es zu Begegnungen mit Maillol, Despiau, Brancusi, Lipschitz und Archipenko. Nach einigen Jahren in Berna (Schlesien), zieht das Künstlerehepaar 1933 in die Ateliergemeinschaft Klosterstraße, Berlin. Atelierfreundschaften wachsen hier nicht nur zu Kollwitz und Blumenthal, sondern u. a. auch zu Marcks, Tucholski und Teuber.


Von den nationalsozialistischen Machthabern als Künstler zwar politisch geduldet, aber als propagandistisch nicht verwertbar eingestuft, sind die zehn Jahre in der Klosterstraße für Kasper dennoch die Hauptschaffensjahre. In diese Zeit gehören auch Stipendienaufenthalte in Griechenland und Rom. 1943 wechselt er als Lehrer einer neuen Steinbildklasse an die Kunstschule Braunschweig, doch zwingt ihn die Zerstörung von Wohnung, Atelier und Lehrstätte durch den Bombenkrieg nach Österreich, wo er am 28. August 1945 einem Nierenleiden erliegt.

Sicherlich in seinen Gestaltideen nicht so vielfältig wie Hermann Blumenthal, Gerhard Marcks oder gar Wilhelm Lehmbruck, darf man ihn doch künstlerisch diesem Kreis zurechnen.

In seinem Formstreben, abgesehen von den Portraitköpfen und -büsten  bzw. wenigen frühen Arbeiten, allein dem nackten menschlichen Körper verpflichtet, geht es ihm immer um ausponderierte Kräfteverhältnisse, Beziehungen und Ordnungen, dies stets unter strengster formaler Zurückhaltung und sparsamster Gebärde. Seine Skulpturen weisen in ihrer Abstraktion und Idealisierung des Natürlichen nicht zu übersehende Beziehungen zu Kuroi, Koren oder Götterbildnissen der griechischen Antike auf. Vom Expressiven hat er sich stets ferngehalten.

Stellt man die Frage nach dem künstlerischen Wollen Ludwig Kaspers, darf man, wie Peter Feist es einmal ausdrückte, einfach antworten:

„Wertvolles zeigen und sich als jemand erweisen, dessen perfekte Arbeit einen Wert geschaffen hat. Wertvoll waren der Mensch und die klare Ordnung.“

ARTIBUS

Die Idee, Auswahl, Zusammenstellung und Präsentation dieser Informationsseiten unterliegen deutschen und internationalen Urheberschutzrechten!
Copyright © VARIETAS GmbH Berlin - FineArts@ artibus-berlin.de

Künstler der Galerie | Arbeiten von Künstlern | Bisherige Ausstellungen | Geplante Ausstellungen | Nächste Ausstellung |