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Ausstellung
"SOGNO DI ROMA" 22.10.2002 bis 15.02.2003

In Zusammenarbeit mit der Praxis für Kieferorthopädie
Dr. Engeln + Partner GbR

Ellen van Ess
Malerei / Bildhauerei

Austellung
Foto: Früh van Ess

Gestalten im Raum oder von der Erinnerungsarbeit beim Malen

Als veritable Porträtistin und Menschenbildnerin ist ELLEN VAN ESS schon seit langem bekannt, nun stellt sie sich als eine Bildschöpferin vor, die sich während eines Aufenthaltes in Rom von den Reizen der Stadtlandschaft bewegen ließ und den Körper - als steinerne oder fleischliche Figur - in die geschichtsträchtigen, von Menschen geschaffenen Räume der Ewigen Stadt stellt. Ausgehend von den mit schnellem und leichtem Stift festgehaltenen Skizzen, die Impressionen von den Streifzügen durch enge Gassen und weite Plätze auf das Papier bannen und Polaroidfotos, die Beobachtungen und Eindrücke von alten Häusern oder spezifischen, sommerlichen Lichtverhältnissen konservieren, entstehen im Atelier anmutige, von heiterer Lebenslust gefärbte Bilder, die zeichnerisch genau und malerisch sorgfältig durchgearbeitet sind.

Da die Malerin ihren künstlerischen Weg mit dem Architekturstudium begonnen hat, ist es nicht überraschend, wenn sie sich nach ihrer ausführlichen und intensiven Beschäftigung mit dem Bild vom Menschen und seiner Verwandlung in Malerei unter dem Eindruck der Dominanz der (barocken) Architektur Roms und ihrer durch das südliche Sommerlicht mit seinen scharfen und dramatischen Licht- und Schattenspielen hervordringenden Präsenz in der Gestaltung dieser aufregenden Sinneserlebnisse eine neue professionelle Herausforderung gefunden hat und dabei zu spannenden und überzeugenden Ergebnissen kommt.

Auffallend ist, dass einige ihrer Rom-Bilder eine nuancenreiche 'Ein-Tonigkeit' aufweisen und dennoch von kontrastreicher Plastizität wie luzider Farbigkeit geprägt sind, deren differenzierte Farbwerte sogar in der Schwarz-Weiß-Abbildung der Einladung ein Stück weit zum Ausdruck kommen. Obwohl das ganze Bild 'Saluti da Roma'/Grüsse aus Rom' in sehr fein graduell abgestuften Grautönen, die die plastischen Elemente der pilastergesäumten Architekturnische hervortreten lassen, gehalten ist, wird es stellenweise mit einem hauchfeinen rötlichen Schimmer, der insbesondere den sich halb aus der Nische herauswindenden Körper umspielt, akzentuiert.

Pilaster und Nische folgen einem akribischen Studium des Ortes und gehören zu einem ehemaligen Brunnen neben dem Eingang zu dem römischen Atelier der Malerin. Die Figur eines ephebischen Jünglings wurde hinzukomponiert und obwohl sie sich farblich in die Tonigkeit des Bildganzen einfügt, geht von ihr eine eigentümliche, spannungserzeugende Wirkung aus. Zwischen der erhobenen rechten Hand und dem leicht geneigten Kopf hat van Ess drei kontrastierende Punkte gesetzt, die in einer Bogenlinie dem Mund des Knaben entgegenfliegen. Ihr schrilles Neongelb, leuchtendes Blau und warmes Orangerot verweisen auf die Grundfarben und fügen an zentraler Stelle der Bildfläche ein Element der Verfremdung ein. Vom Zeigefinger der linken Hand am herabhängenden, überlängten Arm fallen drei weiße Tropfen zu Boden und binden die Vergangenheit des Ortes in die Gegenwart des Bildes.

Berlin, im September 2002


Dr. Brigitte Hammer
ARTIBUS

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