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Ausstellung
"Rückblicke" 30.1.2001 bis 9.06.2001

In Zusammenarbeit mit der Fachpraxis für Kieferorthopädie
Dr. Engeln + Partner GbR


Professor Manfred Bluth

Maler

Professor Christian Höpfner

Bildhauer
Casanova-Folge Blatt 4

Portrait - Manfred Bluth

Es wird zum Anlaß des 75. Geburtsjahres von Manfred Bluth erstmals die "Casanova Serie" (21 Bilder) aus dem Jahr 1980-81 für eine illustrierte Buchausgabe von "Casanovas Memoiren" vorgestellt.

Darüberhinaus werden seine frühen Werke, ungegenständliche Kompositionen und surrealistische Arbeiten präsentiert, die unter dem Einfluß von Max Ernst entstanden.

CASANOVAS MEMOIREN
Illustrationen zu dem Kapitel seiner Flucht aus den Bleikammern

Die Geschichte seiner Flucht aus den 'Bleikammern' Venedigs ist ein Teil von Casanovas Memoiren. Die in Mischtechnik für den späteren Druck 1 : 1 hergestellten Blätter, fertigte ich im Auftrag der 'Relazioni Culturali' von Olivetti an. Gedruckt wurde das geplante Buch freilich nie, denn Signor Zorzi, der Boß, fand sie nicht leicht und spritzig genug. Zwar zahlte man mir das Honorar aus, selbst damals umgerechnet kaum DM 3.000,-, doch das war's dann auch. Immerhin finanzierte Olivetti einen Venedig-Besuch und in dessen Rahmen auch eine Gondelfahrt (siehe das letzte Blatt in der Reihe 'Casanova in fuga, Casanova si allontana ...).
An und für sich halte ich den Vorgang heute noch für ein Mißverständnis, denn jener Signor Renzo Zorzi hatte einen anderen Casanova, den unermüdlichen Frauenverführer, im Sinn. Vermutlich hat er in 'Mia fuga' nicht einmal die Nase hineingesteckt, während ich Stoff für zahlreiche düstere Episoden darin entdeckte. Denn für die Gefangenen in den 'Bleikammern', d.h. im Dach des mit Blei abgedeckten Dogenpalastes, war es natürlich im Sommer unerträglich heiß, während die Gefangenen im Keller bei hohem Wasserstand einfach absoffen. So begann er von vorneherein Fluchtpläne zu schmieden, gelangte dann mit seit seinem Begleiter auf den Platz zwischen Palast und Piazetta hinaus, winkte sich eine Gondel und war rasch auf der Terra firma, denn die Morgenwache des Palastes hielt ihn einfach für einen Besucher, der in der Nacht eingeschlossen gewesen war.
Dafür gibt es ein Doppelblatt, aber auch eines, wo er bei Mondschein vom Dach des Dogenpalastes seinen ungeheuren Schatten auf den Markusplatz wirft, was er fürchtete und so den Fluchtplan aufgab. Ferner findet er sich als eine Art Heldentenor auf den Trümmern des Palastes wieder, seine Freiheitsarie schmetternd, denn in die Zeit seiner Gefangenschaft fiel ein Erdbeben, das den Palast in Schwankungen versetzte. Erst später sah er ein, daß er unter seinen Trümmern unweigerlich zu Tode gekommen wäre.
Berlin, im Februar 2001 Manfred Bluth


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